< Achtung: neue Kennzeichnung der Pressluftatmer erforderlich!
18.07.2015 22:22 Alter: 2 yrs
Rubrik: Veranstaltungen

Interschutz 2015 - Neuheiten im Atemschutz

ein Bericht mit Schwerpunkt Atemschutz von der Weltleitmesse für Feuerwehren


Interschutz 2015 – Neuheiten im  Atemschutz


Die Interschutz 2015 wurde im Juni mit großem Erfolg in Hannover durchgeführt. Mehr als 
157.000 Besuchern in sechs Tagen bei über 1.500 Ausstellern aus 51 Ländern – das sind 
Rekordergebnisse. Beeindruckend waren neben vielen anderen Eindrücken auch die hohe 
Zahl an Ausstellern aus dem Bereich Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Entsprechend  
Messekatalog hatten sich über 300 Unternehmen dieser spezifischen Produktionssparte aus 
aller Welt zur Präsentation ihrer Produkte entschieden. Vor allem die großen deutschen und 
amerikanischen Hersteller von PSA aus dem Bereich Atem- und Körperschutz zeigten auf 
ihren Messeständen viele Neuheiten. Dazu zählen u.a. 

  • die detailreichen Verbesserungen an Atemschutzgeräten, z. B. die Weiterentwicklungen an der Reihe Pressluftatmer Dräger PSS bei alle Modellen und die Vorstellung des neuen Pressluftatmers PSS 4000, der eine Kombination aus dem Tragerahmen des PSS 3000 sowie der Bänderung des PSS 5000 darstellt. Ihn kennzeichnen verbesserter Tragekomfort, geringe Aufbauhöhe und die Möglichkeit der Umrüstung von PSS 3000 auf PSS 4000.  
  • die umfangreichen Anwendungen der Digitaltechnik zum Nutzen des Atemschutzgeräteträgers. Sie ist allgegenwärtig, z. B. 
    • beim Erfassung und Verarbeiten  der Daten der Pressluftatmer wie Atemluftüberwachung, 
    • Bewegungserkennung, zentrale Anzeigeelemente und Ladestandsüberwachung bei der Vollmaske FPS-COM 7000
    • die neue Sprechgarnitur der FPS-COM 7000 und der FPS-COM 5000, die dank ihres leichten Abbaus von der Vollmaske auch an anderen FPS-Vollmasken angebracht und auch ein equemes Pflegen einschließlich Desinfizieren ermöglicht
    • bei der weltweit einmaligen „Team-Funk-Funktion“ mittels der FPS-Masken, eine sprachgesteuerte Verständigung mit bis zu zehn Teilnehmern außerhalb des BOS Funkverkehrs 
    • Sprachverstärker an Vollmasken für eine gute Verständigung bei sehr lauten Umgebungsgeräuschen
  • die Angebote vieler Aussteller für moderne Ausbildungsmöglichkeiten zur Realbrandausbildung, teilweise sogar mit enormen Ausbildungsflächen
  • die seit Juni 2015 gültige neue Kennzeichnung der Atemluftflaschen entsprechend GHS
  • die Schaffung von Ausrüstungen zur Verbesserung der Nutzereigenschaften von Pressluftatmern wie 
    •  Voll-Composite-Flaschen Dräger NLL ohne Beschränkung der Lebensdauer mit nur 2,8 kg Leergewicht.
    • den „Safetybelt“ - ein Haltegurt, der an den Pressluftatmern PSS 5000 und PSS 7000 nachgerüstet werden kann und sich dann analog zum Feuerwehr-Haltegurt auch zum Selbstretten nutzen lässt
    • einen Holster „Parat Poouch“ mit Zulassung nach DIN EN 137 zum Verstauen z. B. der neuen Parat-Fluchthaube „Parat 5500“, Keilen, Bandschlinge und Sicherheitsschere

Ganz besonders in den Atemschutzfokus rückte die von amerikanischen Unternehmen wie Scott – Safety ausgestellte Atemlufttechnik mit 378 bar (5000 psi) Fülldruck. Bisher in Europa nicht üblich und nicht normkonform mit der EN 137 Behältergeräte – aber mit enormen Potential für z. B. 

  • höheren Luftvorrat bei Beibehaltung von 6,0 l oder 6,8 l-Druckluftflaschen,
  • eine starke Gewichtsreduzierung des Pressluftatmers oder Tauchgerätes, wenn alternativ für den höheren Luftvorrat eine kleiner Druckluftflasche mit dem heutigen maximalen Luftvorrat von 1666,66 l gefüllt wird,  
  • die Anwendung als Notluftversorgung in Rettungstragetaschen,
  • die Anwendung in Schlauchgeräten.

Ein wenig aufgerundet auf 400 bar – für die Anwendung im Atemschutz sicher überlegens wert und z. B. für künftig neue oder zu überholende Atemschutzwerkstätten ein lohnenswertes Zusatzangebot.  

W. Gabler
Redaktion