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Thomas Rabenalt  und viele andere

Frage

Sehr geehrter Herr Gabler,
ich arbeite seit 32 Jahren hauptamtlich als Atemschutzgerätewart im Bereich Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises ….. Im Beitrag "Verwendungsdauer ..." ist das Thema Lebensdauer der Atemschutzgeräte aufgegriffen worden. Ich bin der Meinung, dass man zumindest bei den Atemschutzmasken eine Lebensdauerbegrenzung einführen sollte. Einen Autoreifen sollte man doch auch nicht länger als 10 Jahre fahren, weil es dann gefährlich werden kann. Warum kann man nicht nach 20 Jahren auch Masken austauschen, auch wenn sie nicht oft verwendet wurden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass 15 bis 20 Jahre alte Masken sich im Maskenrahmen/Dichtrahmenbereich langsam zersetzen. Bei der Sichtkontrolle lösen sich kleinste Gummiteile zwischen den Fingern. An der Reinigung bzw. Desinfektionsform kann es nicht liegen, da wir mit einer vollautomatischen Anlage von MAW arbeiten und auch nur die zugelassenen Mittel verwenden.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Rabenalt

 

Hallo Herr Rabenalt, 

vielen Dank für Ihre interessante Wortmeldung. 

Derzeit legen vfdb/Ref. 8 und auch die europäischen Hersteller von Atemanschlüssen (übrigens genauso die der übrigen Atemschutzgeräte) die Entscheidung zur Ausmusterung in die Hände der Nutzer. Einheitliche Meinung ist tatsächlich, das die Benutzung einzig von der Erfüllung der Kriterien der Richtlinie vfdb 0840 Wartung von Atemschutzgeräten der Feuerwehr abhängt. Sobald die Prüfkriterien einschließlich die der Sichtprüfung erfüllt werden, lassen sich die Geräte weiter benutzen.

Sollten allerdings wie von Ihnen dargestellt Schäden auf Verschleiß hinweisen, obliegt es den sachkundigen Personen (ASGW) in Ihrer Verantwortung für die Bereitstellung sicher nutzbarer Ausrüstung diese auszumustern. Das ist ja eben ein Teil der Verantwortung eines ASGW.

Ursachen für den geschilderten Verschleiß einschließlich Abrieb sind meist sehr vielfältig. Da können z. B. UV-Belastungen, Einwirkungen von C-Gefahrstoffen, höhere Konzentrationen von ätzenden Atemgiften, Einsätze bei niedrigen Temperaturen und mechanische Belastungen ursächlich sein. Vielleicht, dass diese Belastungen noch nicht einmal in einem Einsatz konzentriert auftreten sondern sich erst allmählich, über viele Einsätze hinweg bemerkbar machen. Derartige Belastungsintervalle erfassen wir nicht und können das auch mit unserer üblichen Prüftechnik nicht nachweisen. Also - bei den geschilderten Beispielen sollten Sie auf jeden Fall eine Ausmusterung in Erwägung ziehen, wenigstens aber die Prüfzyklen verkürzen.

 Soweit die aktuelle Situation. Die Redaktion haben aber inzwischen mehrere Schreiben erhalten, die eine generelle Höchstfrist für die Nutzungsdauer von Vollmasken wünschen. Die Vorschläge reichen von 15 bis 25 Jahre Lebensdauer. Ist also eine Begrenzung der Nutzungsdauer der Vollmasken für die Sicherheit der Atemschutzgeräteträger nicht vielleicht doch vorteilhaft und damit wünschenswert?                                     

Gern geben wir die Frage an Sie, liebe Nutzer von www.atemschutzlexikon.de , weiter. Also, liebe User:

Sollte die Nutzungsdauer von Atemanschlüssen generell auf eine noch festzulegende Höchstgrenze fixiert werden? Was meinen Sie? Wir freuen uns auf Ihre Meinung, die wir wieder via www.atemschutzlexikon.de auswerten wollen.

Wolfgang Gabler

Leiter Redaktion