Name

Günter Hermann

Frage

Liebe Redaktion,
vielen Dank für Ihre supertolle Homepage atemschutzlexikon.de, auch für die Idee zur Bereitstellung einer Plattform für Anfragen. So eine hat sich nämlich bei unserem Dienst für die Fortbildung von Atemschutzgeräteträgern ergeben. Wir konnten uns nicht einigen über die Festlegungen zur Atemschutzüberwachung. Können Sie uns weiterhelfen, wie, wer und was dabei zu beachten hat bzw. ist?

Antwort

Hallo Herr Hermann,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur Atemschutzüberwachung im Atemschutzeinsatz der Feuerwehr. Zunächst muss man feststellen, dass die korrekte und lückenlose Atemschutzüberwachung ein Grundelement der Einsatztaktik nach Feuerwehrdienstvorschrift „FwDV 7 Atemschutz“ ist. In unserer Reihe „Ausbildung“ werden wir deshalb in den nächsten Tagen einen selbstständigen Abschnitt mit allen erforderlichen Arbeitsblättern, Lehrunterlagen, Präsentationen und Vordrucken veröffentlichen und Sie zum kostenlosen Download einladen.

 Bis dahin aber bereits die Kernaussagen zur Atemschutzüberwachung. Die FwDV 7 legt in ihrem Punkt 7.4 dazu fest:

 7.4       Atemschutzüberwachung

Bei jedem Atemschutzeinsatz mit Isoliergeräten und bei jeder Übung mit Isoliergeräten muss grundsätzlich eine Atemschutzüberwachung durchgeführt werden.

Die Atemschutzüberwachung ist eine Unterstützung der unter Atemschutz vorgehenden Trupps bei der Kontrolle ihrer Behälterdrücke. Außerdem erfolgt eine Registrierung des Atemschutzeinsatzes.

Der jeweilige Einheitsführer der taktischen Einheit ist für die Atemschutzüberwachung verantwortlich. Bei der Atemschutzüberwachung können andere geeignete Personen zur Unterstützung hinzugezogen werden. Geeignete Personen müssen die Grundsätze der Atemschutzüberwachung  kennen.

Nach einem und nach zwei Drittel der zu erwartenden Einsatzzeit ist durch die Atemschutzüberwachung der Atemschutztrupp auf die Beachtung der Behälterdrücke hinzuweisen.

Die Registrierung soll enthalten:

·         Namen der Einsatzkräfte unter Atemschutz gegebenenfalls mit Funkrufnamen
·         Uhrzeit beim Anschließen des Luftversorgungssystems
·         Uhrzeit bei 1/3 und 2/3 der zu erwartenden Einsatzzeit
·         Erreichen des Einsatzzieles
·         Beginn des Rückzugs

 

Für den Atemschutznachweis sind der Name des Atemschutzgeräteträgers, das Datum, der Einsatzort, die Art des Gerätes sowie die Atemschutzeinsatzzeit zu registrieren.
Für die Atemschutzüberwachung sollen geeignete Hilfsmittel zur Verfügung stehen.

 Aus der folgenden Tabelle können Sie die persönlichen Verantwortungen entnehmen.

  

Pflichten bei der Atemschutzüberwachung

 

Gruppenführer

Atemschutztrupp einschließlich Sicherheitstrupp

Nachweisführender/Registrierung (z. B. Melder oder Ma)

- trägt Gesamtverantwortung   und muss jederzeit wissen

  • Wo ist der Trupp?
  • Mit welcher Aufgabe?
  • Mit welchem Druck bzw. Restdruck?

 

- Anweisen Atemschutz und

  Überwachung

- Einsatzkurzprüfung

 

- sich bei der Nachweis-
   füh
rung registrieren lassen

- beim Gruppenführer einsatz-
  bereit melden

- an der Gefahrenbereichs-
  grenze (z. B. Rauchgrenze)
  bereitstellen und je nach
  Einsatzbefehl vorgehen,
  wenn a
lles bereit ist zum
  Vorgehen (z. B. Wasser am
  Rohr),
 

-  vor dem Anschließen Lungenautomat, beim   Gruppenführer über Funk Vorgehen melden

- Melden bei Gruppenführer  mit

  Druckansage wenn:

  • Einsatzziel erreicht
  • bei Standortwechsel

     (Raum, Etage, …)

  • Lageänderung
  • regelmäßig
  • Besonderheiten, Lageänderung
  • antreten Rückweg

 

- zurück melden bei Gruppen-
   führer und Nachweisführung

 

- Aufschreiben lt. Nachweisbogen

 

- Zeit kontrollieren

 

- bei Unregelmäßigkeit Gruppen-

  führer informieren

 

 

Dipl. Ing. Wolfgang Gabler